Ein anerkannter Beruf?
„Wodurch entsteht Professionalität?“ War eine weitere Frage, der sich die Arbeitsgruppe „Berufsbild“ widmete. Welche Anerkennung wünsche ich mir für meine Arbeit von außen? Wie kann ich meine Arbeit vor mir selbst innerlich anerkennen? Wie möchte ich mich persönlich weiterbilden? Was möchte ich mit der Geomantie erreichen?
Es wurde viel darüber diskutiert, ob und wie es möglich sein könnte, den Beruf der Geomantie staatlich anerkennen zu lassen, so dass er z.B. als IHK-Ausbildungsberuf geführt werden könnte. Das würde einen allerdings zu einer starken Standardisierung zwingen. Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass sich das Berufsbild „Geomantie“ nicht durch äußerliche Standards, sondern durch innere Prozesse festigen kann. Für jeden Einzelnen geht es um die Suche nach Selbstfindung und innerer Klarheit, der Fähigkeit, Kompetenz ausszustrahlen, um ernstgenommen zu werden, die Suche nach der persönlichen Resonanz zum Kunden und nicht zuletzt um die Entwicklung von Kritikfähigkeit, um sich als Geomantin oder Geomant sicher zu fühlen.
Der komplementäre Gesundheitsmarkt ist ein gutes Beispiel, wie sich ein breit gefächertes Berufsfeld, das sich innerhalb des herrschenden wissenschaftlichen Paradigmas nur schwierig fassen lässt, „von unten“ in der Gesellschaft ausbreitet und zu einer neuen Kultur führt – der alternativen Gesundheitskultur, die heute bereits Eingang in den Mainstream findet. Die Berufsverbände in diesem Bereich geben sich selbst Ethik- und Qualitätsrichtlinien, um staatlicher Kontrolle vorzugreifen. Diesen Weg könnte auch die Geomantie gehen: Dazu gehört, sowohl den Selbstfindungsprozess im inneren Kreis vorantreiben, als auch nach geomantischen Ansätzen in etablierten Disziplinen suchen, beispieilsweise der Raumpsychologe innerhalb des Architekturstudiums, und sich als aktiver Teil einer sozialen Bewegung zu begreifen, die weiche Werte wie Nachhaltigkeit, Beziehungsfähigkeit und das lebensfördernde Miteinander von Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellt.
Der Prozess der inneren Festigung und der eigenen Selbstverpflichtung stellt jedoch nur eine Seite des Gesamtbildes dar. Die andere Seite ist die Darstellung nach außen, die Kommunikation des Berufsbilds. Es reicht nicht aus, untereinander das Bild zu verstehen und die beruflichen Aufgaben zu begreifen. Genauso wichtig ist, dass Menschen, die wir erreichen wollen das Bild auch verstehen und nachvollziehen können. Stärke im Inneren und Transparenz im Äußeren sollen Hand in Hand gehen. An dieser Stelle befindet sich eine wichtige Schnittstelle zu den weiteren Arbeitsgruppen der "Stimme der Geomantie", z.B. der Sprache.
Informationen über den Stand der Dinge der Arbeitsgruppe "Berufsbild" erhalten Sie bei Hedwig Seipel: Fengshuiseipel@aol.com