Das Berufsfeld abstecken
Um sich Orientierung zu verschaffen, sammelte die Gruppe „Berufsbild“ zunächst eine Vielzahl von Begriffen, die mit geomantischer Beratung assoziiert werden, positive wie auch negative, denn der Beruf wird in weiten Teilen der Gesellschaft noch skeptisch gesehen. Da ist die Rede von Spökenkiekern, Spinnern, Esoterikern, Pseudowissenschaftlern oder gar Scharlatanen und Betrügern. Die Begriffe, mit denen sich die meisten der Beteiligten identifizieren konnten, wurden dann nach unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen gegliedert. Damit ergab sich etwa folgendes Bild:
Geomantinnen und Geomanten, die sich der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Ort widmen, können unterstützend und beratend tätig sein als Lebensberater, energetische Unternehmensberaterinnen, „Wolfühlarchitektinnnen“, Tiefenökologen oder spirituelle Begleiter.
Indem sie sonst kaum beachtete Beziehungen fühlbar werden lassen, arbeiten sie als Vermittler zwischen verschiedenen Ebenen – als Übersetzer, Botschafter, Medium, Schamanin oder Alchemist.
Sie geben ihr Erfahrungswissen weiter und bilden aus, dabei geht es insbesondere um die Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit und um die Fähigkeit, mit unterschiedlichen Bewusstseinsebenen, mit Trancezuständen, zu arbeiten.
Ihre Rolle kann im „Aufräumen“ bestehen, im Sinne einer „energetischen Putzfrau“ oder eines Coach, der einen persönlichen Prozess begleitet, aber auch im „Ordnen“ als Raumgestalter, Raumpraktiker oder Raumkybernetiker.
Geomantinnen und Geomanten beziehen in der Regel ihre Kundinnen und Kunden in ihre Arbeit ein, insofern liegt ein Schwerpunkt ihres Wirkens im Bereich der Bewusstseinsarbeit mit Menschen.
All das verlangt, dass sie sich im Grunde als „Universalgelehrte“ in verschiedensten Bereichen ausbilden, eine hohe Verantwortungsfähigkeit für Mensch und Umwelt entwickeln und eine enge Beziehung zur Natur pflegen. Ihr Fokus liegt auf der Pflege und der Intensivierung von Beziehungen zwischen verschiedensten Dingen und Wesen, sei es zwischen Menschen, Orten, Landschaften, Pflanzen, Tieren, Materialien, Möbelstücken oder Lebensthemen. Auf dieser Grundlage suchen sie nach Möglichkeiten, bestehende Lebenssituationen harmonischer zu gestalten und dabei nicht nur die Belange der Menschen zu berücksichtigen, sondern aller beteiligter Wesen.